Der Hubschrauber wird durch drei Elemente gesteuert:
1. Blattverstellhebel (Pitch)
2. Steuerknüppel (Stick)
3. Pedale

1. Der Pitch

Mit ihm wird der Anstellwinkel aller Rotorblätter gleichzeitig verändert (kollektive Blattverstellung). Dadurch wird der Auftrieb des ganzen Hubschraubers vergrößert oder verkleinert.
Durch Ziehen des Hebels wird der Anstellwinkel und damit der Auftrieb erhöht, durch Drücken verringert.
Die Bewegungen des Pitch werden über ein Steuergestänge zum Rotor hin übertragen. Doch wie geschieht die Übertragung der Bewegung von dem festen Teil des Hubschraubers (der Zelle) auf den drehenden Teil (den Rotor)? Hierfür ist die sogenannte Taumelscheibe zuständig, ein großes Rollenlager, das schieb- und kippbar (kardanisch) um den Rotormast herum angebracht ist. Der innere Ring des Rollenlagers ist mit dem Gestänge der Zelle verbunden, der äußere mit dem Mitnehmer und den kleinen Steuerstangen des Rotors
Wird jetzt der Pitch bewegt, so wird die gesamte Taumelscheibe entlang des Rotormastes nach oben oder unten geschoben und so der Anstellwinkel der Rotorblätter verändert.
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2. Der Stick

Mit ihm wir die Rotorkreisfläche nach jeweils einer Seite "gekippt", so daß ein Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsfliegen möglich ist. Dies darf man sich jetzt aber nicht so vorstellen, daß dafür der Rotormast oder der Rotorkopf gekippt wird, sondern dies geschieht auf aerodynamischem Wege, indem die einzelnen Rotorblätter verschiedene Anstellwinkel erhalten. Beim Vorwärtsflug z.B. hat das jeweils nach vorne drehende Blatt einen geringen Anstellwinkel, also auch geringen Auftrieb. Das nach hinten laufende Blatt erhält einen hohen Anstellwinkel, somit hohen Auftrieb. Dadurch läuft es auch in einer wesentlich höheren Kreisebene als das vordere Blatt und es ergibt sich eine nach vorne geneigte Rotorkreisfläche. Jedes einzelne Blatt erhält also im Laufe einer kompletten Umdrehung einmal einen hohen und einen niedrigen Anstellwinkel. Dieses dauernde Verstellen geschieht ebenfalls über die Taumelscheibe. Hierfür wird sie durch die zellenseitigen Steuerstangen (ausgelöst durch eine Bewegung am Stick) nach einer Seite gekippt. Dieses Kippen überträgt sich auf die kurzen Steuerstangen des Rotors und verändert den Anstellwinkel der Blätter.

3. Die Pedale

Die Pedale steuern den Anstellwinkel des Heckrotors. Dieser dient ja ursächlich dem Ausgleich des Drehmoments, das von den Triebwerken erzeugt wird. Dies ist bei mittlerer Leistungsabgabe etwa in Neutralstellung des Heckrotors gegeben. Vermindere ich nun den (nach der Seite gerichteten) Auftrieb der Heckrotorblätter, so reicht er nicht aus, um das Drehmoment auszugleichen und der Hubschrauber wird sich um seine Hochachse drehen. Erhöhe ich den Auftrieb mehr als erforderlich, so dreht der Hubschrauber in entgegengesetzter Richtung um die Hochachse.
Auch hier erfolgt die Übertragung der Steuereingaben aus dem Zellenbereich in den drehenden Teil des Heckrotors über ein Rollenlager, durch das der Heckrotormast geführt ist. Da hier jedoch nur eine kollektive Ansteuerung der Blätter erforderlich ist und kein periodisches Abkippen, handelt es sich hier nicht um eine kardanisch aufgehängte Taumelscheibe, sondern nur um eine Schiebehülse.