Während
der Hubschrauber deswegen fliegt, weil der Rotor durch einen
Motor angetrieben wird, ist dies beim Tragschrauber nicht der
Fall.
Beim Hubschrauber wird die Luft durch den Rotor (ganz grob
gesagt) nach unten gedrückt wird, um das Fluggerät zu tragen,
strömt die Luft beim Tragschrauber durch die
Vorwärtsgeschwindigkeit von unten nach oben durch die
Rotorkreisfläche und hält diesen nach dem Windmühlenprinzip in
der Drehung. Zu kompliziert? Nun gut; im ersten Moment ist es
vielleicht nicht einfach zu verstehen. Daher erst einmal ein paar
erklärende Bilder:
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| Also nehmen wir mal an, das soll ein Drehflügler sein :-)) | Dann sieht der Luftdurchsatz beim Hub- schrauber- Rotor so aus. Der motorgetriebene Rotor beschleunigt die Luft nach unten und sorgt so für Auftrieb und Vortrieb. | Beim Tragschrauber strömt die Luft von unten nach oben durch die Rotorkreis- fläche und hält den Rotor in Drehung, wodurch ein Auftrieb erzeugt wird. Der Vortrieb muß anderweitig erzeugt werden. |
Die Strömungsverhältnisse beim Tragschrauber sind also die gleichen wie bei einem Notverfahren (Triebwerksausfall) des Hubschraubers, sprich der "Autorotation". Man kann sagen, daß sich der Tragschrauber in einer dauernden Autorotation befindet.
Den ersten größeren Einsatz hatten die Tragschrauber im 2. Weltkrieg. Damals wurden sie von deutschen Schiffen (hauptsächlich aufgetauchten U-Booten) gestartet und mit einem Seil hinterhergezogen, um Luftaufklärung zu betreiben. Dies geschah mit dem Focke-Achgelis FA330 "Bachstelze" - Tragschrauber.
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Wie man sieht, besteht dieses Gerät tatsächlich nur aus ein paar Rohren, einem Rotor und einem Leitwerk. So war es in sehr kurzer Zeit zusammenzubauen bzw. wieder im Boot zu verstauen. Einen Motor gab es nicht, und der Pilot saß auf dem offenen lederbespannten Sitz vor dem Rotormast. Besonders bei kalten Temperaturen eine recht erfrischende Sache. | ![]() |
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Später bekamen die
Tragschrauber einen Motor, der allerdings eben nicht den
Rotor antrieb, sondern eine Luftschraube, die für die
Vorwärtsgeschwindigkeit sorgte. Das ist auch heute noch
die gängige Technik bei Tragschraubern.
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Einer der berühmtesten Tragschrauber dürfte wohl "Little Nellie" sein, die in dem James-Bond-Film "Du lebst nur zweimal" enorm waffenbewehrt sämtliche Angreifer (Bell 47G´s) "vom Himmel holte". | ![]() |
Die Tatsache, daß der Rotor
nicht angetrieben wird, bedingt, daß der Tragschrauber eine
(wenn auch kurze) Startbahn benötigt. Er kann also nicht wie der
Hubschrauber senkrecht abheben. Auch benötigt er während des
Fluges eine gewisse Mindestgeschwindigkeit, damit die
Rotordrehzahl nicht zusammenbricht. Ein Schwebeflug ist also
nicht möglich.
Das Starten geschieht folgendermaßen: zuerst muß der Rotor auf
eine Mindestdrehzahl gebracht werden. Bei der Bachstelze geschah
das von Hand (Seilzug), heute wird dazu der Vortriebsmotor
benutzt. Dazu wird der Rotor erst einmal am Motor eingekuppelt,
bis er die nötige Drehzahl hat. Danach wird wieder ausgekuppelt
und der Motor treibt jetzt nur noch den Propeller an, mit dem die
nötige Abhebegeschwindigkeit erreicht wird. Nun wird die
Erhaltung der Rotordrehzahl nur nuch durch die Luftdurchströmung
erhalten.
Tragschrauber kommen in der Praxis als Ultraleicht-Drehflügler zum Tragen, da sie in der Anschaffung und insbesondere in der Unterhaltung weitaus billiger sind als Hubschrauber. Leider tut sich die Luftfahrtbehörde in Deutschland immer noch recht schwer mit der Zulassung, so daß diese im Ausland, insbesondere in Frankreich weitaus häufiger zu sehen sind als hier.