Kolbentriebwerke

Es gibt eigentlich nur noch ein paar kleinere Hubschrauber, die mit Kolbenmotoren betrieben werden. Das einzige Plus der Kolbenmotoren sind der geringere Preis und geringere Unterhaltungskosten. Alle anderen Vorteile (z.B. das wesentlich bessere Verhältnis Gewicht/Leistung) liegen beim Turbinentriebwerk. Das zeigt sich u.a. darin, daß einige ältere, ursprünglich kolbenmotorgetriebene Hubschrauber auf Gasturbinen umgerüstet wurden (z.B. Bell 47).
Ich
denke, auf die Funktionsweise der Kolbentriebwerke braucht hier
nicht weiter eingegangen zu werden, da sie z.B. von der
Autotechnik her ausreichend bekannt sein dürfte.
Nur so viel sei dazu gesagt:
Früher war der Sternmotor der am häufigsten verwendete
Flugmotor in Flugzeugen und Hubschraubern, verschiedentlich
wurden auch Reihenmotoren mit hängenden Zylindern in Flugzeugen
benutzt.
Heutzutage werden in der Luftfahrt fast ausschließlich
Boxermotoren der Firmen Lycoming, Continental, Limbach und Rotax
verwendet (letztere zwei sind umgebaute VW- Käfer- Motoren,
während die anderen beiden großvolumige amerikanische Motoren
sind, technisch eigentlich total veraltet, aber einfach und
zuverlässig). Die Fa. Porsche hatte auch einmal einen Flugmotor
entwickelt (als Weiterentwicklung aus dem normalen Automotor),
hat sich aber vor ein paar Jahren leider wieder aus dieser Sparte
zurückgezogen.
Gasturbinentriebwerke


Gasturbine?
Hört sich eigentlich gefährlich an. Ist es aber nicht. Das
Wortteil "Gas" drückt einfach nur aus, daß diese
Turbine mit einem Kraftstoff-Luft-Gemisch betrieben wird.
Es gibt zwei Arten von Gasturbinen-Triebwerken:
einmal das Strahltriebwerk, das ein Flugzeug
durch den Rückstoß vorwärts treibt. Dieses wird z.B. in den
großen Verkehrsflugzeugen und den Jagdflugzeugen eingesetzt
zum zweiten das Wellentriebwerk, dessen Turbine
eine Antriebswelle in Drehung versetzt, die dann einen Propeller
(TurboProp- Flugzeuge) bzw. einen Rotor (Hubschrauber) antreibt.
Strahltriebwerke

Diese sind vom Aufbau her die einfachere Art,da die Turbinen lediglich für den Antrieb der Kompressoren erforderlich sind
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Zu kompliziert?
Eigentlich garnicht. Sehen wir uns einfach mal die
einzelnen Sektionen an: Sektion A: das ist der Lufteinlaß ganz vorne am Triebwerk Sektion B: der Niederdruckverdichter besteht aus mehreren Kränzen von Schaufelrädern, die die Luft immer mehr zusammenpressen. Daher wird ihr Durchmesser von vorne nach hinten immer kleiner Sektion C: hier teilt sich die Luft einmal in den Luftstrom, der durch die Brennkammer und die Turbinen geht, und den sogenannten Mantelstrom, der das Triebwerk kühlt und später wieder mit dem Turbinenluftstrom zusammenfließt Sektion D: der Hochdruckverdichter presst den Turbinenluftstrom nochmals extrem zusammen. Auch er besteht aus mehreren Kränzen von Schaufelrädern Sektion E: dies ist der Bereich der Brennkammern. Hier wird die Luft mit einem Sprühnebel von Kraftstoff angereichert und gezündet. Dadurch dehnt sich das Kraftstoff-Luft-Gemisch "explosionsartig" aus und entweicht nach hinten Sektion F: die Turbinenstufen. Sie bestehen ebenfalls aus Schaufelradkränzen und werden durch das durchströmende entzündete Kraftstoff-Luftgemisch in schnelle Drehung versetzt. Diese Drehung treibt wiederum die Kompressoren an |
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| 1 - Druckverlauf 2 - Temperaturverlauf 3 - Luftgeschwindigkeit 4 - Mantelstromluftf |
A - Einlauf B - Niederdruck-Kompressor C - Zwischengehäuse D - Hochdruck-Kompressor E - Brennkammersektion F - Turbinensektion G - Abgaszone H - Schubdüse |
Sektion
G: Hier werden Mantelstrom und Turbinenstrom wieder
zusammengeführt und durch Verengung nochmals
beschleunigt Sektion H: das Gas tritt mit hoher Geschwindigkeit aus und sorgt nach dem Prinzip Aktion=Reaktion für den Vorschub des Triebwerks und damit des ganzen Luftfahrzeugs. |
Wellentriebwerke


Bei diesen treiben die Turbinen nicht nur die Kompressoren an, die Welle geht auch in ein Getriebe, von dem aus der Rotor / Propeller angetrieben wird. Hier wird die Kraft des Luftstroms fast komplett für den Antrieb der Turbinen genutzt, d.h. der Restschub am Abgasrohr ist nur noch gering und hat für den Antrieb des Luftfahrzeugs keine Bedeutung.
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Man erkennt eine
gewisse Ähnlichkeit zum Strahltriebwerk. Auch hier sehen
wir den Lufteinlaß(4), die Kompressorenstufen(5+6), den
Brennkammerbereich(7), den Turbinenbereich(8+9) und das
Abgasrohr(10). Aber: die Turbine ist hier unterteilt (in Bereich 8 und Bereich 9). Man nennt diese beiden die Kompressorturbine (in Fachkreisen: n1) und die Arbeitsturbine (n2). Die n1-Turbine hat lediglich die Aufgabe, wie beim Strahltriebwerk, den Kompressor anzutreiben. Die n2-Turbine ist dazu da, eine Welle anzutreiben, die über ein Getriebe den Rotor / Propeller in Bewegung versetzt. Um die Verwirrung zu vervollständigen: hier ist ein Triebwerk abgebildet, das wie das Strahltriebwerk einen Niederdruck- und einen Hochdruckverdichter hat. Dies ist hier nicht unbedingt erforderlich. Es kann sich auch lediglich um einen einzigen Verdichter handeln. |
So. Noch Lust, oder Schnauze voll mit technischem Kram?
| Keine Lust mehr? Dann: |
Doch noch Lust? Also gut, dann gehts weiter:
Es gibt da so Ausdrücke wie
Einwellenturbine und Freiwellenturbine. Was bedeutet das nun
wieder?
Eigentlich auch ganz einfach:
Die Einwellenturbine hat nur eine Turbine und eine Welle, die
sowohl den Verdichter antreibt, als auch ins Getriebe läuft
(z.B. bei der Alouette). Diese Art von Triebwerk erfordert
allerdings eine Kupplung zwischen sich und dem Rotor, da es mit
fester Verbindung zum Rotor nicht angelassen werden könnte.
Die Zweiwellen- oder Freiwellenturbine hat zwei
ineinandergesteckte Wellen. Die eine wird eben von der n1-Turbine
angetrieben und dreht den Verdichter, die zweite, die von der
n2-Turbine angetrieben wird, ist die Arbeitswelle, die ins
Getriebe läuft und damit eben den Rotor antreibt.
Und jetzt gehen wir mal in die Feinheiten (bitte anklicken):
Kompressor
(Verdichter)
Brennkammer
Turbine
Getriebe